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WORKSHOP - Wenn sich die Seele spaltet
Sozialpädagogischer Umgang mit dissoziativen Störungen bei traumatisierten Kindern und Jugendlichen


 

Kinder und Jugendliche, die in einer traumatisierten Familie aufwachsen und bedrohliche Situationen erleben, sei es sexueller Missbrauch, Vernachlässigung, Misshandlungen und häufige Bindungsabbrüche, versuchen sich zu schützen, indem sie derartige traumatische Erfahrungen psychisch ausblenden.

 

In einer traumatisierten Familie gibt es für Kinder kein Ende des Schreckens, nur teilweise Entwarnung, aber auch gute Erfahrungen. In der Regel können Kinder ihre traumatisierten Erfahrungen innerhalb der Familie nicht besprechen und verarbeiten. Um zu Überleben sind sie gezwungen, verschiedene Selbstanteile zu entwickeln, diese zu verhüllen, nicht mehr wahrzunehmen bis hin zur Spaltung der Seele. Diese Selbstanteile repräsentieren einen Persönlichkeitszustand mit spezifischen Verhaltenszuständen, beispielsweise das Wegdriften aus dem Hier und Jetzt, abrupte Stimmungswechsel, die Abspaltung der eigenen Emotionen, eine Art Taubheit gegenüber Gefühlen und Körperempfindungen, mitunter das Gefühl außerhalb seines eigenen Körpers zu stehen, Idealisierung, eingeschränktes Erinnerungsvermögen, bis hin zur Zersplitterung der Persönlichkeit. Die bekannte multiple Persönlichkeitsstörung ist die stärkste Form einer dissoziativen Identitätsstörung.

 

Zusammenfassend ist festzuhalten: traumatische Lebenserfahrungen führen häufig zu dissoziativer Spaltung des Selbst mit der Entstehung autonomer Persönlichkeitsanteile. Diese unterschiedlichen Seinszustände des Kindes sollten innerhalb der Kinder- und Jugendhilfe erkannt und bearbeitet werden, um die Entwicklungschancen der Kinder zu erhöhen.

 

Erster Teil der Fortbildung

Im ersten Teil der Fortbildung wird ein Überblick gegeben, warum Dissoziation entsteht, zur Neurobiologie und Dissoziation, und welche Verhaltenssymptome von Kindern und Jugendlichen auf dem Hintergrund dissoziativer Mechanismen eine Rolle spielen.

 

Zweiter Teil der Fortbildung

Im zweiten Teil der Fortbildung werden Ansätze und Überlegungen zur Aufspaltung der Persönlichkeit aus verschiedenen Denk- und Heilschulen vorgestellt.

Danach beschäftigen wir uns fallpraktisch mit der Traumamethode Begegnungen mit Trauma und Heilung“, einem Diagnostik- und Interventionswerkzeug zur Bearbeitung von dissoziativen Identitätsstörungen im Kindes- und Jugendalter, von Enamaria Weber-Boch.

  1. Wir erstellen ein fallbezogenes Traumadiagramm.
  2. Einen fallbezogenen Rahmen- und Behandlungsplan.
  3. Fallbezogene Interventionen, die beruhigen, entspannen, Vertrauen schaffen und bindungsstärkend wirken.
  4. Für das Kind einen Notfallkoffer, der seine Ressourcen- und Triggerliste enthält.

https://www.edition-bukama.de/index.php?rex_media_type=gssp_verlag_550&rex_media_file=trauma-und-heilung-systembrett.jpg

TRAUMAMETHODE: „Begegnungen mit Trauma und Heilung“ 

 

Ziel und Zielgruppe:

 

Ziel der Fortbildung ist es, die Teilnehmenden in dieses spannende und äußerst wichtige Thema einzuführen. Sie einzuarbeiten in die Traumamethode "Begegnungen mit Trauma und Heilung",  mit der sowohl Diagnostik als auch ein Behandlungsplan für dissoziative Identitätsstörungen erstellt werden können. Das Ziel besteht darin, beim Kind sogenannte "Ausraster" zu minimieren, Heilungsimpulse anzustoßen und sein Selbstverstehen und sein Selbstvertrauen zu stärken.

 

Sozialpädagogisches Fachpersonal in der Beratung und Leitung, sowie in der Betreuung und Erziehung von jungen Menschen ist die Zielgruppe dieser Veranstaltung.

Unsere Unternehmungen:
Kinder- und Jugendhilfe

 


 

Unsere Unternehmungen:
Bücher und mehr ...