MENU

Weiterbildung zum Systemischen Traumapädagogen/Traumaberater
Trauma erkennen - begleiten - begreifen - integrieren


 

Termine und Online Anmeldung

 

Zirka 80% junger Menschen in der stationären Jugendhilfe bringen traumatische Erfahrungen mit. Ihre Entwicklungsverläufe sind geprägt durch Misshandlungen, Vernachlässigungen, sexuellem Missbrauch und häufigen Bindungsabbrüchen.

 

Traumatisierungen in der Kindheit, oft verursacht durch Bindungspersonen, die bei Gefahr eigentlich ein „sicherer Hafen“ für das Kind sein sollten, wirken sich auf die Entwicklungsschritte der jungen Menschen sehr erschwerend aus. Je früher sie geschehen, desto tiefgreifender sind die Auswirkungen auf Wachstum und neuronale Entwicklung. Die kindliche Widerstandskraft reicht nicht aus, um sie allein zu bewältigen, weshalb es oft zu stationären Unterbringungen in der Jugendhilfe kommt.

 

Zentrale Gefühle und Phänomene junger traumatisierter Menschen sind:

  • Hoher Vertrauens- und Sicherheitsverlust. Einsamkeit, Ohnmacht und Hilflosigkeit.
  • Phänomene wie zum Beispiel psychische Dauererregung - ständige Alarmstimmung – Störungen der Emotionsregulation, Erstarrung – Gefühllosigkeit – Innerer Rückzug - Drogen und Eßstörungen. Suizidalität, Selbstverletzungen, aggressives und regressives Verhalten, "Regelverstöße", Schulversagen, der Zusammenbruch von Bewältigungsmöglichkeiten und allgemein eine geringe Motivierbarkeit und Selbstverantwortlichkeit sind als Folge traumatischer Entwicklungsverläufe einzuordnen.
  • Dennoch und trotzdem verfügen die meisten jungen Menschen auch über gesunde und stabile Anteile, über Widerstandkräfte, über Resilienz, indem sie nach etwas suchen, was berechenbar, was sicher ist im zwischenmenschlichen Kontakt. Warum die einen erhebliche, und die anderen weniger bis keine Traumafolgestörungen entwickeln, wird unter anderem auch Thema dieser WB sein. 

In der Begegnung mit jungen traumatisierten Menschen und ihren Eltern stehen pädagogische Fachkräfte täglich vor großen Herausforderungen, deren Bewältigung traumapädagogische Fachkompetenz und Netzwerkkooperation erfordert.

 

Das Ziel der Weiterbildung besteht darin,

 

Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe sowie Lehrer, Erzieher, Dipl. Sozialarbeiter, Dipl. Sozialpädagogen. Heilpädagogen und psychosozial Interessierte für das Thema Entwicklungs- bzw. Bindungstrauma zu sensibilisieren, als auch einen qualifizierten, pädagogischen Umgang mit traumatisierten jungen Menschen zu vermitteln, welcher dem aktuellen Forschungsstand entspricht.

  • Das Curriculum vermittelt ein vertieftes Grundlagenwissen in den Bereichen der Psychotraumatologie des Kindheits- und Jugendalters.
  • Das Curriculum enthält einen Werkzeugkoffer für Methodik und Interventionen der Trauma-Pädagogik: Fachlich kompetentes Handeln, Stabilisierungsmethoden, Ressourcenorientierung, Traumaorientierte Interventionsfähigkeit, Bewältigungsorientierung, Fachgerechter Umgang mit Dissoziation, Äußere und innere Sicherheit herstellen, Kooperation und Netzwerkarbeit.
  • Es wird Wert darauf gelegt Selbsterfahrungsräume anzubieten, zur Erweiterung persönlicher Handlungskompetenz.
  • Von den Teilnehmenden wird erwartet, das Erlernte in Form einer schriftlichen Trauma- spezifischen Falldarstellung, vor der Gruppe zu präsentieren.

Handout:

Von jedem Modul wird ein Handout angefertigt und den Teilnehmenden am Ende des Seminarmoduls ausgehändigt.

 

Zertifikat: 
Systemischer Traumapädagoge/Traumaberater

- mit einer genauen Beschreibung des Erlernten

 

Dozenten:

G. Enamaria Weber-Boch und Raphael Pott